Sektorkomitee Kampfmittelräumung Sektorkomitee im Überblick

Kurzdarstellung

Auch 75 Jahre nach dem Ende des letzten Krieges auf deutschem Boden sind Bomben, Granaten, chemische Kampfstoffe und andere in Kriegszeiten gewahrsamlos gewordene Kampfmittel ein erhebliches Risiko für das Leben und die Gesundheit von Menschen. Dazu kommen zurückgelassene oder verloren gegangene Kampfmittel der alliierten Streitkräfte, der Bundeswehr und der Nationalen Volksarmee. Die ehemaligen Rüstungsstandorte, Spreng- und Truppenübungsplätze haben ein vergleichbar hohes Gefahrenpotenzial, wenn sie noch nicht vollständig von Kampfmitteln beräumt wurden.

Bisher wurde nur ein Bruchteil dieser Kampfmittel gefunden und schadlos gemacht. Die aktive Suche mit technischen Mitteln, wie zum Beispiel geophysikalischen Detektionsverfahren, ist die Hauptaufgabe der Kampfmittelräumung. Diese geophysikalischen Detektionsverfahren wurden in den letzten zehn Jahren sprunghaft weiterentwickelt und bilden den Hauptaufgabenbereich der Akkreditierung von Prüfverfahren, die von den Kampfmittelräumunternehmen angewendet werden. Es handelt sich nicht nur um das „Aufsuchen“ (so die Bezeichnung im Sprengstoffgesetz), sondern um einen Prozess mit Prüf- und Inspektionsleistungen, ausgehend von der historisch-genetischen Rekonstruktion, der Luftbildauswertung bis hin zur Messung, Auswertung und der Erstellung zum Beispiel von Kampfmittelräumkonzepten einschließlich der Überwachung und Erfolgskontrolle.

Die Hauptaufgabe des Sektorkomitees Kampfmittelräumung besteht darin, eine zwischen Bund und Ländern harmonisierte Vorgehensweise zur Regelsetzung für die Akkreditierung von Unternehmen im Bereich Kampfmittelräumung sicherzustellen. Zu diesen Unternehmen gehören nicht nur diejenigen, die Messungen zum Auffinden von Kampfmitteln vornehmen, sondern auch diejenigen, die Inspektionstätigkeiten zur Kampfmittelräumung durchführen.

Dabei handelt es sich um:

  • Kampfmittelräumfirmen, die für die geophysikalischen Untersuchungen im Rahmen der Kampfmittelräumung mit allen dazugehörigen Tätigkeiten gemäß der Norm DIN EN ISO/IEC 17025 akkrediert werden
  • Ingenieurbüros, die als Inspektionsstellen für ihre jeweiligen Sachverständigentätigkeiten und die zugehörigen geophysikalischen Untersuchungstätigkeiten gemäß DIN EN ISO/IEC 17020 akkreditiert werden

Es gelten folgende spezifische konkretisierende Regelungen für das Sektorkomitee Kampfmittelräumung gemäß § 1 Geschäftsordnung der Sektorkomitees der DAkkS:

Das Sektorkomitee steht aufgrund der besonderen Anforderungen des Gesetzes über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz – SprengG) und des Ausführungsgesetzes zu Artikel 26 Abs. 2 des Grundgesetzes (Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen) nur den entsprechenden Fachleuten und Behörden offen. Die Behörden stellen aus ihren eigenen Reihen Fachleute.

Das Sektorkomitee Kampfmittelräumung erarbeitet für die Normen DIN EN ISO/IEC 17025 und DIN EN ISO/IEC 17020 konkretisierende Regelungen. Darüber hinaus legt es spezielle Anforderungen an die Qualifikation, Erfahrung und Kompetenz von Fachbegutachtern fest und unterstützt die DAkkS bei deren Benennung. Außerdem erstellt es Regeln zur Durchführung der Fachbegutachtung.

Es berät auf Anfrage die regelsetzenden Fachbehörden zur Durchführung von Kompetenzbestätigungsverfahren durch Akkreditierung. Ziel ist ein national harmonisiertes und international kompatibles und anerkanntes Kompetenzbestätigungsverfahren für Mess- und Inspektionstätigkeiten im Bereich Kampfmittelräumung.

Besetzung

Im Sektorkomitee arbeiten Fachleute der Kampfmittelräumdienste der Bundesländer, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, des Niedersächsischen Landesamts für Bauen und Liegenschaften, der Leitstelle des Bundes für Kampfmittelräumung, von Unternehmen aus dem Bereich Kampfmittelräumung sowie aus Verbänden, Zertifizierungsstellen und Wissenschaft.

Vorsitz

Peter Bodes
Freie und Hansestadt Hamburg – Behörde für Inneres/Feuerwehr – Kampfmittelräumdienst

Stellvertretender Vorsitz

Dr.-Ing. Kay Winkelmann
Kampfmittelsondierung – Geophysik – Archäologische Prospektion

Ihr Ansprechpartner

Dr. Frank Küchler

Fachbereichsverantwortlicher Kampfmittelräumung

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