Europäische Akkreditierung als Wachstumstreiber: Neue Studie belegt den positiven Einfluss auf das Bruttoinlandsprodukt
Eine neue Studie zur wirtschaftlichen Wirkung der Qualitätsinfrastruktur (QI) verdeutlicht die zentrale Rolle von Akkreditierung, Normen und Konformitätsbewertung für das Wirtschaftswachstum in Europa. Insbesondere Akkreditierung trägt entscheidend zur Markttransparenz sowie zur Förderung des Vertrauens in Produkte und Dienstleistungen bei. Die Untersuchung liefert erstmals umfassende empirische Daten, die die makroökonomischen Effekte der QI quantifizieren und den direkten Einfluss auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufzeigen.
Akkreditierung und Konformitätsbewertung als Treiber für Wirtschaftswachstum
Die kürzlich publizierte Studie „The economic effects of the quality infrastructure“ wertet Daten aus diversen europäischen Ländern über einen Zeitraum von 30 Jahren aus. Sie bietet unter Verwendung eines erweiterten Cobb-Douglas-Produktionsansatz die bislang erste vollständige empirische Bewertung der makroökonomischen Effekte der verschiedenen QI-Komponenten einschließlich Akkreditierung, Normen, Konformitätsbewertung, Marktüberwachung und Metrologie.
Die Ergebnisse belegen, dass Akkreditierungen, insbesondere akkreditierte Zertifizierungen nach internationalen Normen wie der ISO 9001, eine wesentliche Rolle für die Förderung von Vertrauen und Markttransparenz spielen, was wiederum positive Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum hat. Ein hypothetischer Wegfall der ISO 9001-Zertifikate in einem Land hätte erhebliche wirtschaftliche Verluste zur Folge. In Deutschland läge dieser Verlust bei etwa 200 Milliarden Euro, berechnet am deutschen BIP von 2023.
Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Teilnahme eines europäischen Landes am International Accreditation Forum (IAF) sich signifikant positiv auf dessen Wirtschaftskraft auswirkt. Länder, deren nationale Akkreditierungsstellen international anerkannt sind, profitieren von verbesserten Exportmöglichkeiten sowie einer höheren Qualität von Produkten und Dienstleistungen.
Diese Zahlen unterstreichen die unmittelbare Bedeutung der Akkreditierung für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und machen deutlich, wie stark die globalen Handelsbeziehungen sowie das Vertrauen in Produkte und Dienstleistungen von der Akkreditierung profitieren.
Normen und Konformitätsbewertung stärken die Marktstrukturen
Neben der Akkreditierung spielen auch Normen eine entscheidende Rolle bei der Stärkung der Marktstrukturen. Die Studie belegt, dass ein hypothetischer Anstieg des Bestands an Normen um 10 % zu einem BIP-Zuwachs von 0,18 % führt. Für Deutschland würde dies, anhand der BIP-Zahlen von 2023, einen zusätzlichen Beitrag von rund 72 Milliarden Euro zum BIP bedeuten.
Studie empfiehlt stärkere Investitionen in Akkreditierung und QI
Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, in die Entwicklung und Stärkung der Qualitätsinfrastruktur zu investieren, um nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu fördern. Die Studie empfiehlt der Politik u.a. die Kapazitäten nationaler Akkreditierungsstellen weiter auszubauen und die Teilnahme von Unternehmen, insbesondere KMU, an Akkreditierungsprogrammen zu fördern. Zudem sollte die Akkreditierung stärker in nationale und europäische Handels- und Entwicklungsstrategien integriert werden, um die wirtschaftliche Resilienz zu erhöhen und den Zugang zu internationalen Märkten zu erleichtern.
Fazit: Akkreditierung als langfristiger Wachstumstreiber
Zusammenfassend bestätigt die Studie die Schlüsselrolle von Akkreditierung für die Förderung von Wirtschaftswachstum. Sie trägt nicht nur zur Qualitätssicherung in internationalen Lieferketten bei, sondern verbessert auch Markttransparenz und betriebliche Effizienz. Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen den langfristigen wirtschaftlichen Nutzen von Investitionen in die Qualitätsinfrastruktur und unterstreichen deren Bedeutung als strategischer Wachstumsfaktor.