DAkkS bei 10. Jahrestagung der deutsch-indischen Arbeitsgruppe für Qualitätsinfrastruktur
Im Rahmen des „Globalprojekt Qualitätsinfrastruktur“ (GPQI) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) nahm die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) im Juli 2025 an der 10. Jahrestagung der deutsch-indischen Arbeitsgruppe für Qualitätsinfrastruktur in Neu Delhi teil. Das Treffen markiert einen Meilenstein in der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Indien im Bereich der Qualitätsinfrastruktur.
Eine leistungsfähige und moderne Qualitätsinfrastruktur bildet die Grundlage für die Förderung von Innovationen, die Sicherstellung der Produktsicherheit und die Schaffung fairer sowie regelkonformer Rahmenbedingungen im internationalen Handel. Vor diesem Hintergrund fand am 16. Juli 2025 die 10. Jahrestagung der Deutsch-Indischen Arbeitsgruppe zur Qualitätsinfrastruktur im India Habitat Centre in Neu-Delhi statt.
Die Arbeitsgruppe wurde im Jahr 2013 gemeinsam vom BMWE und dem indischen Ministry of Consumer Affairs, Food and Public Distribution ins Leben gerufen. Ziel ist es, technische Handelshemmnisse abzubauen, die Produktsicherheit zu erhöhen und regulatorische Rahmenbedingungen zu harmonisieren, um Unternehmen aus beiden Ländern einen reibungslosen und sichereren Marktzugang zu ermöglichen.
An dem hochrangigen Treffen nahmen Vertretende aus Ministerien, Normungs- und Akkreditierungsstellen, Branchenverbänden und Unternehmen beider Länder teil. Neben der DAkkS waren das Deutsches Institut für Normung (DIN), die Deutsche Kommission Elektrotechnik, Elektronik & Informationstechnik in DIN und VDE (DKE), das Bureau of Indian Standards sowie das National Accreditation Board for Certification Bodies (NABCB) vertreten.
DAkkS stellt Ansätze zur Digitalisierung der Qualitätsinfrastruktur vor
Besonders im Fokus stand hier das digitale Akkreditierungssymbol, das die DAkkS für den digitalen, maschinenlesbaren und in Echtzeit verifizierbaren Nachweis der Akkreditierung entwickelt hat. Als Vertreterin der DAkkS erläuterte Sabine Reinkober, Referentin für nationale und internationale Akkreditierungspolitik, dessen Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten. So ermöglicht das digitale Akkreditierungssymbol beispielsweise die dezentrale Verifizierung der Akkreditierung direkt am Zertifikat.
In grenzüberschreitenden digitalen Nachweisketten steht die Interoperabilität besonders im Blickpunkt. In der bilateralen Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern ist daher die Förderung der Vertrauenswürdigkeit und der gegenseitigen Akzeptanz der eingesetzten digitalen Tools zentral. Besonders das Bureau of Indian Standards signalisierte großes Interesse am digitalen Akkreditierungssymbol der DAkkS. Eine Vertiefung der Zusammenarbeit wird derzeit von deutscher und indischer Seite aus geprüft.
Informationen zum digitalen Akkreditierungssymbol
Ein weiterer Schwerpunkt des Austausches lag auf dem Austausch zu weiteren digitalen Entwicklungen in den beteiligten QI-Institutionen Deutschlands und Indiens sowie aktuellen digitalen Projekten wie dem digitalen Produktpass und der Entwicklung gemeinsamer internationaler Standards zur Implementierung. Hier schafft die DAkkS mit dem digitalen Akkreditierungssymbol die Voraussetzung für den lückenlosen Nachweis der Akkreditierung für die enthaltenen digitalen Konformitätsbewertungsnachweise. Ferner stand das Thema künstliche Intelligenz im Fokus. Auch hier wurden die aktuellen Herausforderungen und die Entwicklung gemeinsamer internationaler Normen diskutiert.
Delegationsreise mit Fokus auf wirtschaftspolitischen Dialog
Im Vorfeld der Jahrestagung besuchte die deutsche Delegation unter der Leitung von Dr. Ole Janssen, Unterabteilungsleiter im BMWE, eine Fabrik von Siemens in Mumbai, um sich ein Bild vom Stand der Digitalisierung in der Fertigung vor Ort zu verschaffen.
Bei Unternehmerstammtischen in Mumbai und Delhi in Kooperation mit der Indo-German Chamber of Commerce and Industry kam es im Anschluss zu einem intensiven Austausch zwischen deutschen und indischen Wirtschaftsvertretenden. Auch standen Gespräche mit Vertretenden der deutschen Botschaft in Delhi und dem Generalkonsulat in Mumbai auf dem Programm. Dort wurde der deutschen Delegation die aktuelle wirtschaftliche Lage Indiens erläutert und gemeinsam diskutiert. Darüber hinaus fand in Delhi ein Meeting mit dem Bureau of Indian Standards statt, bei dem die Zusammenarbeit im Bereich der Normung diskutiert wurde.
Ausblick: Neuer Arbeitsplan und vertiefte Zusammenarbeit
Zum Abschluss der Jahrestagung wurde ein neuer gemeinsamer Arbeitsplan verabschiedet, der die Richtung der Zusammenarbeit für das kommende Jahr vorgibt. Dieser bildet die Grundlage für eine noch engere deutsch-indische Kooperation im Bereich der Qualitätsinfrastruktur – insbesondere mit Blick auf die Förderung der Digitalisierung aller Komponenten der QI sowie der Interoperabilität der Systeme.
Dieser strategische Schritt markiert einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer zukunftsorientierten, innovationsgetriebenen und international harmonisierten Qualitätsinfrastruktur. Das Treffen konnte gezielte Impulse setzen, um die bilaterale Zusammenarbeit zu vertiefen und das Projekt entscheidend voranzubringen.
Hintergrund Globalprojekt Qualitätsinfrastruktur (GPQI)
Mit dem GPQI fördert das BMWE seit 2017 die internationale Harmonisierung der Qualitätsinfrastruktur. Das Projekt wird aktuell mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in fünf Ländern (Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko) implementiert. Durch kontinuierliche bilaterale Fachdialoge unterstützt das GPQI den Abbau von technischen Handelshemmnissen und die Verbesserung der Produktsicherheit. Das Instrument der Akkreditierung trägt maßgeblich zur weltweiten Akzeptanz von Konformitätsbewertungsergebnissen bei und unterstützt den internationalen Handel. Die DAkkS engagiert sich daher seit vielen Jahren aktiv im GPQI.
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Kontakt
Sabine Reinkober
Referentin für nationale und internationale Akkreditierungspolitik | Stabsbereich Akkreditierungsgovernance, Forschung und Innovation